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Mai 2026

Build vs. Buy neu bewertet: warum KI die Rechnung kippt

Selbst bauen oder Standard kaufen? Moderne Entwicklung mit KI hat die Kosten für eigene Software stark gesenkt. Warum die Build-vs-Buy-Entscheidung heute neu zu bewerten ist.

Fabian Kissel
CFO
Build vs Buy neu bewertet

Jahrzehntelang galt eine einfache Faustregel: Software selbst zu bauen ist zu teuer, also kauft man Standard. Diese Regel steckt so tief in vielen Köpfen, dass sie oft gar nicht mehr hinterfragt wird. Doch sie beruht auf einer Annahme, die durch KI ihre Gültigkeit verliert: dass Eigenentwicklung teuer und langsam ist.

Der früher teuerste Posten, das Bauen und Warten eigener Software, ist durch KI-gestützte Entwicklung deutlich günstiger geworden. Damit verschiebt sich die gesamte Rechnung. Dieser Beitrag bewertet die Build-vs-Buy-Entscheidung neu und zeigt, wann welcher Weg heute sinnvoll ist. Er vertieft den Gedanken aus Die Zukunft der Entwicklung.

Die alte Rechnung und ihre Annahme

Die Faustregel Buy schlägt Build beruhte auf hohen Entwicklungskosten.

Eigene Software zu bauen band große Teams über lange Zeiträume und war danach teuer im Betrieb und in der Wartung. Deshalb war Kaufen meist günstiger, selbst wenn das Standardprodukt nicht genau passte und laufende Lizenzen anfielen. Diese Rechnung stimmte, solange Entwicklung der größte Kostenblock war. Genau diese Voraussetzung hat sich verändert.

Was sich durch KI verändert hat

KI senkt die Kosten und die Dauer von Entwicklung und Wartung erheblich.

Wo früher Monate nötig waren, beschleunigt KI heute das Bauen, Testen und Pflegen von Software deutlich. Damit sinkt der größte Nachteil von Build und die Waage kippt. Der Nachteil von Buy dagegen, die laufenden Lizenzkosten pro Nutzer, bleibt unverändert und steigt sogar weiter. Für viele Fälle wird ein eigenes System dadurch wieder wirtschaftlich, das noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Die neue Gegenüberstellung

Der Vergleich fällt heute differenzierter aus als früher.

Kriterium Buy (Standard) Build (eigenes System)
Anfangsaufwand niedrig durch KI deutlich gesunken
Laufende Kosten Lizenzen pro Nutzer, steigend planbare Betriebskosten
Passgenauigkeit Kompromiss exakt auf Prozesse zugeschnitten
Abhängigkeit hoch gering

Wann Buy weiterhin sinnvoll ist

Für stark standardisierte Aufgaben kann Kaufen die richtige Wahl bleiben.

Die Neubewertung heißt nicht, dass Build immer gewinnt. Für weit verbreitete, standardisierte Funktionen ohne besonderen Wettbewerbsbezug ist eine fertige Lösung oft weiterhin sinnvoll. Die Entscheidung hängt vom konkreten Fall ab: Nutzerzahl, Passgenauigkeit, Höhe der Lizenzkosten und wie stark die Abhängigkeit vom Anbieter wiegt. Gerade bei vielen Nutzern und speziellen Prozessen kippt die Rechnung aber häufig zugunsten von Build, siehe Dynamics 365 Lizenzkosten senken.

Betrieb muss nicht intern sein

Ein Partner kann das eigene System bauen und dauerhaft betreiben.

Ein häufiger Vorbehalt gegen Build ist der Betriebsaufwand: Wer soll das eigene System pflegen, absichern und weiterentwickeln? Die Antwort muss nicht das eigene Team sein. Im Betreiber-Modell übernimmt ein Partner Bau und Betrieb, sodass der Aufwand ausgelagert ist und die Kosten planbar bleiben. Das ist der Kern von IT-Landschaft betreiben lassen.

Die versteckten Kosten der Standardlösung

Der Lizenzpreis pro Nutzer ist nur der sichtbare Teil der Rechnung.

Bei Buy fallen neben der eigentlichen Lizenz oft weitere Posten an, die in der ersten Kalkulation untergehen. Dazu gehören Kosten für die Anpassung des Standardprodukts an eigene Prozesse, für Schnittstellen zu anderen Systemen, für Schulungen sowie für Zusatzmodule, die erst im Betrieb nötig werden. Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Preispolitik des Anbieters: Steigen die Lizenzgebühren oder ändert sich das Produktmodell, lässt sich dem kaum ausweichen. Diese Bindung an einen einzelnen Hersteller hat einen eigenen Preis, den wir in Vendor Lock-in bei KI vermeiden und Unabhängig von Microsoft werden genauer betrachten.

Woran sich die Entscheidung festmacht

Statt einer Faustregel hilft heute eine kurze Prüfung entlang weniger Fragen.

Vier Fragen bringen in den meisten Fällen Klarheit: Wie viele Nutzer sind betroffen und wie stark summieren sich die Lizenzkosten pro Kopf? Wie speziell sind die Prozesse, oder lassen sie sich mit einem Standardprodukt gut abbilden? Wie wichtig ist Unabhängigkeit vom Anbieter für die eigene Strategie? Und wie sensibel sind die Daten, die verarbeitet werden? Je mehr Nutzer, je spezieller die Prozesse und je höher der Anspruch an Unabhängigkeit und Datenhoheit, desto eher lohnt Build. Bei wenigen Nutzern und gängigen Abläufen bleibt Buy oft die pragmatischere Wahl. Für Industrieunternehmen mit gewachsenen, eigenen Abläufen fällt die Antwort häufig zugunsten eines eigenen Systems aus, siehe Alternative zu Standardsoftware.

Wie Aliru unterstützt

Wir rechnen die Build-vs-Buy-Entscheidung mit Ihnen durch und setzen den besseren Weg um.

Wir bewerten Ihren konkreten Fall ehrlich, auch wenn Buy die richtige Antwort ist und übernehmen bei Build Bau und Betrieb aus einer Hand, mit planbaren Kosten. Sprechen Sie mit uns über Ihre Build-vs-Buy-Entscheidung.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Build vs. Buy?

Build vs. Buy ist die Entscheidung, ob ein Unternehmen Software selbst bauen lässt oder eine fertige Standardlösung kauft beziehungsweise mietet. Beide Wege haben unterschiedliche Kosten, Risiken und Freiheitsgrade.

Warum ändert KI die Build-vs-Buy-Rechnung?

Weil KI die Kosten und die Dauer der Entwicklung deutlich senkt. Der früher teuerste Posten, das Bauen und Warten eigener Software, ist günstiger geworden. Damit wird Build gegenüber Buy in vielen Fällen wieder attraktiv.

Ist Selbstbauen jetzt immer die bessere Wahl?

Nein. Für standardisierte Aufgaben kann Kaufen weiterhin sinnvoll sein. Entscheidend ist der konkrete Fall: Nutzerzahl, Passgenauigkeit, Lizenzkosten und wie stark die Abhängigkeit vom Anbieter wiegt.

Wer betreibt die selbst gebaute Lösung?

Das muss nicht das eigene Team sein. Ein Partner kann das System bauen und dauerhaft betreiben, sodass der Aufwand für den Betrieb ausgelagert ist und die Kosten planbar bleiben.

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